Zwischen Vertrauen und Ablehnung

Am 21. September 2016 organisierte die Deutsche Atlantische Gesellschaft eine Veranstaltung in Kooperation mit der Karl-Theodor-Molinari-Stiftung zur gesellschaftlichen Anerkennung der Bundeswehr auf Initiative vom ehemaligen Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages und Vorstandsmitglied der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, Reinhold Robbe in Berlin. Dieser konnte als Diskutanten den amtierenden Wehrbeauftragten des Bundestages, Dr. Hans-Peter Bartels, Hauptmann Andreas Steinmetz vom Bundeswehrverband, Brigadegeneral Markus Laubenthal als Stabschef der US-Army in Europa, Brigadegeneral Rob Rider als Verteidigungsattaché der britischen Botschaft, den Journalisten Thomas Wiegold und begrüßen.

In einem Impulsvortrag machte Dr. Bartels deutlich, dass die gesellschaftliche Anerkennung von Soldatinnen und Soldaten immer besser werde. Anhand öffentlicher Umfragen könne abgelesen werden, dass das Vertrauen in die einzelnen Menschen, die in der Bundeswehr aktiv sind, sehr hoch sei. Es gebe jedoch auch Vorbehalte gegenüber einzelnen militärischen Einsätzen oder Ablehnung der Bundeswehr als Armee. „Das Jahr 2014 hat die Wahrnehmung der Öffentlichkeit verändert. Mit der Annektion der Krim durch Russland und mit den Geländegewinnen des IS hat sich die Wahrnehmung von Sicherheit und auch die Wahrnehmung der Bedrohung in der deutschen Öffentlichkeit verändert“, so der Wehrbeauftragte.

In der anschließenden Debatte wurde darüber diskutiert, dass es in Deutschland eine andere Kultur bezüglich des Militärs gebe, als in angelsächsischen Ländern. Dort wurde das Militär im 20. Jahrhundert überwiegend positiv und problemlösend wahrgenommen, in Deutschland war es genau das Gegenteil. Daraus resultiere eine jahrzehntelange deutsche militärische Untätigkeit, die sich langsam bei Beibehaltung der politischen Kultur der Zurückhaltung wandelt und Deutschland mehr militärische Verantwortung wahrnehme.

Die Veranstaltung in den Medien.

Fotos: Yann Bombeke/BundeswehrVerband
Text: Jan Flacke