NATO TALK around the BRANDENBURGER TOR
Februar 2015

Krise ohne Ausweg?
Verabschiedet sich Russland von der gemeinsamen Friedensordnung?

Befinden sich Russland und die NATO-Staaten in einer „Krise ohne Ausweg?“ Mit dieser Frage befasste sich am 19. Februar 2015 eine internationale und hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion der Deutschen Atlantischen Gesellschaft im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung in Berlin. Mehr als 250 Besucherinnen und Besucher waren zum Auftakt der Veranstaltungsreihe NATO Talk around the Brandenburger Tor gekommen, um gemeinsam mit den Gästen auf dem Panel zu diskutieren, inwieweit und vor allem warum das Projekt einer gemeinsamen Friedensordnung in Europa von der aktuellen Ukraine-Krise substantiell bedroht ist.

Nach einer Begrüßung durch den Hauptgeschäftsführer der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, Johannes Lay, lieferten Botschafter a.D. Dr. Klaus Scharioth, ehemals Staatssekretär des Auswärtigen Amts, und DAG-Vorstandsmitglied Werner Sonne, langjähriger Studioleiter des ARD-Morgenmagazins, als Mit-Initiatoren der Veranstaltung wichtige Impulse für die anschließende Diskussion. Auf dem Podium selbst trafen mit Botschafter Martin Erdmann und Botschafter Alexander Grushko die jeweiligen ständigen Vertreter der Bundesrepublik Deutschlands und der Russischen Föderation bei der NATO erstmalig in einer öffentlichen Debatte in Berlin aufeinander und machten dabei auch deutlich, wie schwer es den Beteiligten trotz der Dramatik der Ereignisse mittlerweile fällt, eine gemeinsame Sprache und Vertrauensbasis zu finden. Während Horst Teltschik als außenpolitischer Berater des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl für eine gegenseitige Wiederannäherung auf der Basis gemeinsamer Interessen plädierte, forderte der Osteuropawissenschaftler Prof. Dr. Karl Schlögel, dass man die einseitige Aggressionspolitik Russlands zunächst klar beim Namen nennen müsse und warnte vor pragmatischen Lösungen auf dem Rücken der Ukraine und anderer osteuropäischer Staaten. In der anschließenden Diskussion sowie beim gemeinsamen Ausklang der Veranstaltung wurde auch deutlich, wie stark nicht nur das Interesse an der Problematik ist, sondern auch der Bedarf an einer weiteren öffentlichen Diskussion – auch mit russischer Beteiligung.

Die Veranstaltung in der Presse.

Veranstaltung verpasst. Eine Tonaufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier.