Die Strategische Lage 2015

Am 13. Mai 2015 begrüßte die Deutsche Atlantische Gesellschaft im Presse- und Informationszentrum der Bundesregierung mehr als 250 Gäste zur Vortragsveranstaltung „Die Strategische Lage 2015“. Schon seit einigen Jahren analysiert und diskutiert in diesem Rahmen der Abteilungsleiter Politik im Bundesministerium der Verteidigung die außen- und sicherheitspolitische Lage aus verteidigungspolitischer Sicht und bietet einen Einblick in die politische Agenda des BMVg. So machte Dr. Géza Andreas von Geyr in einem Impulsvortrag zunächst die Erwartungen internationaler Partner als auch der deutschen Bevölkerung deutlich. Von größter Relevanz für die sicherheitspolitische Lage sind ihm zufolge derzeit der anhaltende Ukraine-Konflikt sowie der so genannte Krisenbogen an Europas südlicher Flanke – vom Maghreb und den Vorderen Orient bis zur Arabischen Halbinsel und Pakistan. Sicherheitspolitische Herausforderungen für Deutschland ergeben sich auch aus aktuellen Entwicklungen in Sub-Sahara Afrika, einer notwendigen Sicherung der Handelswege in Asien und globalen Fragen wie dem demographischen Wandel, Ressourcenverknappung und Cyber-Sicherheit. Wie reagiert die Bundesrepublik auf diese Vielfalt an Herausforderungen und Aufgaben? Dr. von Geyr hob insbesondere die Bedeutung der partnerschaftlichen Vernetzung im Rahmen von NATO, EU, OSZE und UN hervor. Diese sei unabdingbar, um auf die weite Bandbreite verschiedener Aufgaben weltweit auch zukünftig effektiv reagieren zu können. Will man auf die Dichte und Parallelität von Ereignissen entsprechend vorbereitet sein, bedarf es zusätzlich einer verbesserten Analysekapazität und ressortübergreifender Koordinierung. Auch wenn Deutschland jüngst sowohl innerhalb Europas als auch in der Welt mehr Verantwortung bei globalen Krisen übernommen hat, muss es dennoch seine genaue Rolle noch finden. Dieser Entwicklungsprozess wird die Ausrichtung nationaler Sicherheitspolitik weiterhin prägen und bestimmen. Im Mittelpunkt der anschließenden Diskussion, die von Svenja Sinjen, DAG-Vorstandsmitglied und Programmleiterin des ‚Berliner Forum Zukunft‘ der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) geleitet wurde, stand auch die Notwendigkeit einer breit angelegten gesellschaftlichen Debatte über die verschieden Bereiche der Außen- und Verteidigungspolitik. Eine Austauschplattform in diesem Sinne bot für Gäste und Vortragende auch ein gemeinsamer Umtrunk im Anschluss an die Veranstaltung.