Die schwarze Macht: Der „Islamische Staat“ und die Strategen des Terrors

so lautete das Thema am 25. April 2016 in Bonn im Haus der Geschichte.

Professor Dr. Harald Biermann, Direktor Kommunikation der Stiftung Haus der Geschichte, und General a.D. Egon Ramms, der Sprecher des Bonner Forums der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, konnten fast 300 Zuhörer begrüßen.

Spiegel-Korrespondent Christoph Reuter skizzierte ein detailreiches Bild des sogenannten „Islamischen Staates“. Insbesondere räumte Reuter mit dem Mythos auf, der IS sei eine barbarische Horde, fanatischer, zu allem bereiten Glaubenskrieger. Vielmehr verschmelzen in ihm die arbeitslosen Kader des Regimes von Saddam Hussein mit der ungezügelten Wut seiner Fußsoldaten zu einer hochexplosiven Organisation, die Al-Qaida längst den Rang abgelaufen hat. Mit einer bis ins kleinste ausgefeilten Propagandamaschinerie vermittelt der IS ein Bild der Stärke und generiert dadurch gleichzeitig seine starke Anziehungskraft. Der Islamische Staat wisse Angst als strategische Waffe zu nutzen.

Wie ein Chamäleon habe sich der IS von einer Schutzgeld erpressenden Organisation zu einem staatsähnlichen Gebilde verändert und habe sich auch danach immer wieder als wandlungsfähig erwiesen. Dabei profitierte der, so Reuter, „mutationsfähige Organismus“ vom sogenannten „Arabischen Frühling“ der im Jahre 2010 in Tunesien seinen Anfang nahm. Erst diese Bewegung habe ihm die heutige Ausbreitung ermöglicht.

Der zurzeit in Beirut beheimatete Reuter, der im Mai vergangenen Jahres von den türkischen Behörden wegen illegalen Grenzübertritts ausgewiesen worden ist, berichtete sehr anschaulich von seinen Erlebnissen in Syrien und im Irak und resümiert. Die Maschinerie IS sei sich selbst der größte Feind. Kann doch die Wirklichkeit mit den Versprechen auf Dauer nicht in Einklang gebracht werden und der vom IS ausgerufene Dschihad „ist grundsätzlich ein grandioses Mittel zum Machterwerb, aber ein schlechtes Mittel zum Machterhalt“.

Foto: © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Jennifer Zumbusch