Die Krise als Normalfall: Politische Handlungsoptionen und militärische Erfordernisse in einer unsicheren Welt

Diesem Thema widmete sich der Inspekteur der Luftwaffe Generalleutnant Karl Müllner am 08. März 2016 in Kaufbeuren. Mit den Worten „Die Sicherheitspolitische Lage ist die Binse unserer Zeit“ begann der Luftwaffengeneral seine Ausführungen. Die Annexion der Krim, die zunehmende russische Dominanz, der bereits 5 Jahre andauernde Syrienkonflikt und die erschreckende Präsenz des IS, seien ein deutliches Zeichen: „Europa ist nicht nur von Freunden umgeben, sondern auch von einem Feuerring aus Terror, ständigem Kräfte messen und anhaltenden Flüchtlingsströmen.“

 

Die Nato ist das Fundament deutscher Sicherheitspolitik

Deutschland sei aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Stärke, der Bevölkerungszahl und geographischen Lage eine wichtige Führungsmacht in Europa. „Unser Land ist in einer neuen Qualität gefordert und sollte ohne große Schüchternheit seiner Führungsverantwortung nachkommen.“, so Generalleutnant Müllner. Um dieser Anforderung gerecht zu werden sei multinationales Handeln gefordert. „Insbesondere die bündnisübergreifende Zusammenarbeit der Europäischen Union und der Organisation des Nordatlantikvertrages“. Hierbei bezeichnete er die Nato als das Fundament deutscher Sicherheitspolitik. Sie sei unabdingbar um den globalen Sicherheitsanforderungen entgegentreten zu können.

Müllner betonte, dass sich die Welt im Umbruch befinde und deshalb die Entwicklung von neuen sicherheitspolitischen Strategien unumgänglich sei. In dieser logischen Konsequenz sei auch die Aktualisierung des Weißbuchs der Bundeswehr begründet, welches noch dieses Jahr erscheinen werde.

Mit den Worten „Wir wollen nicht den Krieg von gestern gewinnen, sondern die Herausforderung von morgen“ schloss Generalleutnant Müllner seinen Vortrag. Danach hatten die Gäste die Möglichkeit dem fachkundigen Referenten Fragen zu stellen. Der abschließende Empfang im Offiziercasino bot Gelegenheit für interessante Gespräche und Diskussionen.

Bilder: Alexander Bernhard
Text: Benjamin Dempfle