Clausewitz-Strategiegespräche April 2015

In Gedenken an den in Burg bei Magdeburg geborenen preußischen General Carl von Clausewitz führen die Deutsche Atlantische Gesellschaft e.V., die Clausewitz-Gesellschaft e.V. und die Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund seit 2010 die Clausewitz-Strategiegespräche durch.

Die oft als „Spiel mit den fünf Kugeln“ bezeichnete Bismarck’sche Außenpolitik konzentrierte sich auf die Erhaltung des europäischen Gleichgewichts durch „gezügelte Pflege internationaler Spannungen“. Nach der Entlassung des am 1. April 1815 in Schönhausen (heutiges Sachsen-Anhalt) geborenen Reichskanzlers nahm die deutsche Außenpolitik eine Wende. Imperialistisches Weltmachtstreben trat in Deutschland immer deutlicher in den Vordergrund. Am Ende dieser Entwicklung stand die außenpolitische Isolation. Das Bismarck‘sche Schreckensbild eines Zweifrontenkrieges wurde Wirklichkeit.

Hundert Jahre nach dem Ausbruch des als „europäische Urkatastrophe“ bezeichneten 1. Weltkrieges musste Europa eine erneute Zäsur in seiner sicherheitspolitischen Entwicklung erleben. Nicht nur die Russland-Ukraine Krise mit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim und der bewaffnete Konflikt im Osten der Ukraine fordert die Sicherheits- und Stabilitätsstrukturen in Europa heraus. Vielmehr stellen auch die nach wie vor unsichere Lage auf dem Balkan, die Destabilisierung zahlreicher Staaten in Afrika und im Nahen Osten, die anhaltend prekäre Situation in und um Afghanistan, die angespannten Verhältnisse im Fernen Osten und nicht zuletzt der internationale Terrorismus die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten vor enorme sicherheitspolitische und strategische Herausforderungen.

Vor diesem Hintergrund lud die Deutsche Atlantische Gesellschaft zum siebten Clausewitz-Strategiegespräch mit dem Thema: Zum 200. Geburtstag Otto von Bismarcks: Sicherheitsordnung und Strategie im Wandel ein.

Nach der Begrüßung durch den Bevollmächtigten des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund Staatssekretär Dr. Michael Schneider und Impulsreferaten, hatten die Teilnehmer Gelegenheit mit den Referenten Professor Dr. Michael Epkenhans, Direktor und Leitender Wissenschaftler beim Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw), Potsdam und Generalleutnant Wolfgang Wosolsobe (Österreich), Generaldirektor des Militärstabs der Europäischen Union (EUMS) zu diskutieren.