Botschafter der transatlantischen Beziehungen in Fürstenfeldbruck

Am 03. November 2016 diskutierten der ehemalige deutsche Botschafter in den Vereinigten Staaten, Klaus Scharioth, der Politiwissenschaftler Dr. Josef Braml sowie US-Konsul Scott Woodard mit Offizierschülern in der Offizierschule der Luftwaffe das Thema „USA vor den Präsidentschaftswahlen und die Auswirkungen auf die transatlantischen Beziehungen“.

Wichtigste Wahl seit 50 Jahren
Gastgeber war der Kommandeur der OSLw, Brigadegeneral Michael Traut, der die anschließende Podiumsdiskussion auch moderierte. Alle 850 Sitze des Ludger-Hölker-Saals waren mit wissbegierigen Offizierschülern, Stammpersonal und geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft besetzt, die aufmerksam den Kurzvorträgen der kompetenten Redner lauschten.

„Wahrscheinlich die wichtigste Wahl seit 50 Jahren“, begann Scharioth seine Ausführungen und sprach damit direkt die bevorstehende Präsidentschaftswahl in den USA an. Er ging auf die zur Wahl stehenden Kandidaten ein und auf mögliche zukünftige Veränderungen. Besondere Berücksichtigung fanden dabei die Themenbereiche Verteidigung im Bündnis, Freihandel, Klima und die Demokratie im Allgemeinen.

Der amerikanische Patient
In seinem Werk „Der amerikanische Patient“ analysiert Braml die sozialökonomische Politik der USA und deren weltpolitischen Folgen. An diese Betrachtungsweise knüpfte er in seinem Kurzvortrag an und sprach über die zentrale Rolle der USA in der Welt als Demokratie unterstützende und verbreitende Führungsmacht.
„In der freiheitlichen Welt ist zunehmend eine Krise liberaler Demokratie zu beobachten“, stellte Braml sorgenvoll fest und befürchtet deren Einfluss auf die künftige globale politische Entwicklung.

Einer unserer besten Verbündeten
Bevor dem Publikum Gelegenheit gegeben wurde Fragen zu stellen, ging Konsul Woodard in seinen Ausführungen auf die Unsicherheit im Nahen Osten ein und die damit verbundene Flüchtlingspolitik in Europa. Er sieht zunehmendes Misstrauen gegenüber der politischen Klasse nicht nur in Europa, sondern auch in den USA. Als besonders wichtig stellte Woodard die deutsch-amerikanische Partnerschaft heraus und betonte: „Deutschland ist einer unserer besten Verbündeten.“