50 Jahre deutsch-israelische diplomatische Beziehungen

Reges Interesse fand die gemeinsame Veranstaltung des Rotary Clubs Hannover Leibniz, der Deutschen Atlantischen Gesellschaft und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Hannover, welche zu diesem Themenabend geladen hatten.
K1024_50_Jahre_Deutsch-Israelische_diplomatische_Beziehungen_1Bis auf den letzten Stuhl war der Saal im Künstlerhaus Hannover besetzt, in dem die Veranstaltung stattfand. Edelgard Bulmahn, Vizepräsidentin des Bundestages, berichtete über das, was sich in den vergangenen 50 Jahren zwischen Israel und Deutschland ereignet und entwickelt hat. Bestückt wurde ihr Vortrag auch mit eigenen Lebenserfahrungen, welche sie bei diversen Aufenthalten in Israel sammeln durfte.

Nicht selbstverständlich ist diese Entwicklung des heutigen Verhältnisses zwischen Israelis und Deutschen nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges. Fünf Jahrzehnte diplomatische Beziehungen schreiben eine Geschichte von Trauer und Schuld, aber auch von Versöhnung, stetig wachsendem Vertrauen und Freundschaft. Alles mit dem Hinweis, dass dieses nie als eine Selbstverständlichkeit gesehen werden darf. Dieses Verhältnis wird durch den geschichtlichen Hintergrund immer etwas Spezielles und Besonderes bleiben.

Besonders positiv wird von Frau Bulmahn noch einmal der rege Zustrom von jungen Israelis, explizit feststellbar am Beispiel Berlin, erwähnt. Das Interesse dort Fuß zu fassen und sich auszutauschen ist spürbar und weiter im Anstieg. Nach Beendigung ihres Vortrages wurde dem Publikum die Möglichkeit gegeben sich mit Fragen und Meinungen zum Thema zu äußern. Dieses wurde rege wahrgenommen. Auch hier spürte man, dass trotz allen Vertrauens, und aufgebauter Freundschaft, noch lange nicht alle Ängste abhanden gekommen sind. Auch anhand von Beispielen von zur Zeit immer wieder aufflammendem Antisemitismus innerhalb der Gesellschaft. Das aktuelle politische Tagesthema bezüglich der Atompolitik des Iran zeigte beim Publikum sehr unterschiedliche Reaktionen und Ansichten, und wurde heftig diskutiert.
Fazit des Abends: Aus diplomatischen Beziehungen erwuchs eine enge Partnerschaft, was anhand der gemeinsamen Geschichte nicht selbstverständlich ist. Es liegt jetzt an allen, daran zu arbeiten, dass diese israelisch-deutsche Freundschaft weiter vertieft und in der Gesellschaft fest verankert wird.

Oliver Barske